Fortschritt für den Klimaschutz in Alzenau: Stadtrat beschließt Klima-Dashboard – Sitzungsbericht der Stadtratssitzung am 25.06.2026

Die vergangene Stadtratssitzung am 25.06.2026 begann mit einem ausführlichen Bericht des Bürgermeisters. Anschließend folgte mit dem TOP 2 die Diskussion um die Einführung eines Klima-Dashboards. Die Einführung eines Klima-Dashboards ist eine Maßnahme des Alzenauer Klimaschutzkonzeptes. Die Verwaltung hat dafür eine Softwarelösung der Firma Ark Climate ausgemacht. Ein Klima-Dashboard bietet die Möglichkeit, alle möglichen Daten rund um den Klimaschutz, von Treibhausgasbilanz, über Radverkehrskonzept, bis hin zur Wärmeplanung grafisch darzustellen. Durch Anbindung an interne Systeme lassen sich Daten ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand automatisch auf das Dashboard übertragen. Zusätzlich verfügt es über weitere interne Tools wie eine KI-gestützte Suche nach Förderprogrammen oder eine Potentialanalyse für noch anzugehende Klimaschutzmaßnahmen, wie Frau Bosse von der Firma Ark Climate erläuterte. Die Verwaltung sieht in dem Tool eine deutliche Arbeitsentlastung, da Prozesse vereinfacht werden, bzw. in Teilen wegfallen. Die Verwaltung ist gemäß Stadtratsbeschluss vom 20.02.2024 verpflichtet vierteljährlich über den Umsetzungsstand des Klimaschutzkonzeptes zu berichten. Diese Berichte könnten durch das Dashboard ersetzt werden. Der Bürgermeister argumentierte zudem, dass eine übersichtliche öffentlich zugängliche Darstellung notwendige Transparenz schaffen könnte und auch engagierte Bürger*innen einladen könnte, Ideen zum Klimaschutz hervorzubringen. Unser Stadtrat Niklas Höfler argumentierte, dass das Dashboard eine Datengrundlage für aktuelle und zukünftige Klimaschutzprojekte darstellen könnte. Zudem biete es eine Bemessungsgrundlage, mit der der die erfolgreiche Umsetzung einzelner Maßnahmen nachverfolgt werden könnten. Derzeit herrscht Unklarheit über die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Alzenau seit 2023. Spätestens zur Darstellung der fertigen Wärmeplanung würde dieses oder ein ähnliches Dashboard verpflichtend notwendig werden. Die Finanzierung wäre über das Förderprogramm zur Wärmeplanung gedeckt, wie die Verwaltung erklärte. Am Ende beschloss der Stadtrat mit 13 zu 11 Stimmen die Umsetzung des Dashboards. PWG und FDP, sowie Teile der CSU und WBA-Fraktion stimmten dagegen. Wir GRÜNEN begrüßen das Abstimmungsergebnis ausdrücklich.

Im weiteren Sitzungsverlauf ging es um den Verkauf des ausdienstgestellten Tanklöschfahrzeugs der Feuerwehr Hörstein. Dies war unstrittig und wurde einstimmig beschlossen. Auch der Antrag der Feuerwehr Albstadt auf die Wahl eines zweiten stellvertretenden Kommandanten beinhaltete wenig Diskussionsbedarf. Die FFW Albstadt war die letzte Feuerwehr im Stadtgebiet ohne einen zweiten stellvertretenden Kommandanten. Im Sinne der Gleichberechtigung stimmte der Stadtrat dem Antrag einstimmig zu.

Etwas kritischer betrachtet wurde der TOP 5. Hierbei sollte Bürgermeister durch den Stadtrat beauftragt werden, den Jahresabschluss 2024 er Wohnungsbaugesellschaft Stadt Alzenau GmbH in der Gesellschafterversammlung festzustellen und den Geschäftsführer sowie den Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft Stadt Alzenau GmbH für diesen Zeitraum zu entlasten. Zurecht wurde kritisiert, dass die gesetzlichen Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH in diesem Fall nicht eingehalten werden. Zudem wurde kritisiert, dass dem Stadtrat die Dokumente des Jahresabschlusses nicht vorliegen. Der Bürgermeister argumentierte, dass diese eigentlich nur den Aufsichtsrät*innen vorbehalten seien. Nachdem die im Stadtrat vertretenden Aufsichtsrät*innen für eine Entlastung plädierten, stimmte auch der gesamte Stadtrat geschlossen für die Feststellung und Entlastung.

Im vorletzten Tagesordnungspunkt der öffentlichen Stadtratssitzung ging es um die Bestellung eines Sachpreisrichters für den Planungswettbewerb „Wellpappe“. Ein*e Sachpreisrichter*in ist ein Mitglied eines Preisgerichts, das sich aus Fachpreisrichter*innen und Sachpreisrichter*innen zusammensetzt. Während Fachpreisrichter*innen die fachliche Qualifikation der Wettbewerbsteilnehmer besitzen, sind die Sachpreisrichter*innen für die Funktionalität des Entwurfs zuständig, d.h. sie müssen mit den konkreten örtlichen Verhältnissen und den Bedürfnissen vor Ort vertraut sein.  Diese Qualifikationen würde Sabina Prittwitz (GRÜNE) aufweisen, da sie sich bereits seit Jahren mit der Planung des Wellpappegeländes beschäftigt, argumentierte Anni Christ-Dahm (SPD). Nick Höfler (WBA) sah in Thorsten Schaab (PWG) den geeigneten Kandidaten und schlug deshalb ihn als zusätzlichen Kandidaten vor. In der Abstimmung votierten, wie erwartet, PWG, CSU, FDP und WBA für Schaab (18 Stimmen) und Grüne und SPD für Prittwitz (6 Stimmen). Sabina Prittwitz wird die Vertretung für Thorsten Schaab übernehmen.

Die Sitzung endete mit dem Beschluss des öffentlichen Protokolls der letzten Sitzung.

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