Bericht zur Stadtratssitzung am 14.07.26

Ersatzbeschaffung für die Feuerwehr Michelbach-Kälberau

Ein zentraler Punkt der Sitzung war die beantragte Ersatzbeschaffung des Löschgruppenfahrzeuges LF 8/6 der Feuerwehr Michelbach-Kälberau. Das aktuelle Fahrzeug aus dem Jahr 2003 ist seit 23 Jahren im Dienst und entspricht technisch nicht mehr dem heutigen Standard. Aufgrund des Alters treten zunehmend Verschleißerscheinungen auf; so ist derzeit die Feuerlöschkreiselpumpe defekt, deren Reparatur zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft etwa 5.000 € kosten würde.

Diskutiert wurde die Beschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges (LF 10 Bayern) im Rahmen einer landesweiten Sammelbeschaffung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Dieser Weg bietet gegenüber einer Einzelbeschaffung signifikante Vorteile: Neben einem geringeren Verwaltungsaufwand durch zentralisierte Ausschreibungen und Skaleneffekten beim Preis würde die staatliche Förderung erhöht ausfallen. Die Gesamtkosten für ein vollständig ausgestattetes Fahrzeug werden auf unter 500.000 € brutto geschätzt, wobei eine voraussichtliche Gesamtförderung von etwa 150.150 € angerechnet werden kann.

Trotz der fachlichen Befürwortung durch den Kreisbrandrat und der technischen Notwendigkeit scheiterte der Beschluss an der aktuellen Haushaltslage. In der Abstimmung stimmten 6 Ratsmitglieder für die Sammelbeschaffung, während 17 Stimmen dagegen entschieden. Damit bleibt die Ersatzbeschaffung zum jetzigen Zeitpunkt nicht realisiert.

Update zum kommunalen Klimaschutzkonzept

Im Rahmen eines Vortrags zum Stand des Klimaschutzkonzepts wurde die Strategie zur Treibhausgasneutralität sowie bisherige Maßnahmen vorgestellt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Es besteht ein gravierendes Umsetzungsdefizit. Für uns als Grüne ist dies ein deutliches Signal, dass die bloße Existenz eines Konzepts nicht ausreicht. Wir benötigen jetzt konkrete Zeitpläne und politische Prioritäten, um den Klimaschutz von der Theorie in die Praxis zu überführen, anstatt wertvolle Zeit zu verlieren. Mit den derzeitigen Anstrengungen ist das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2040 nicht zu schaffen.

Energiewirtschaftliche Projekte in Alzenau

Abschließend gab der Geschäftsführer der Energieversorgung Alzenau, Herr Mario Dittert, einen Überblick über die aktuellen energiewirtschaftlichen Vorhaben der Stadt. Ein wesentlicher Aspekt seines Vortrags war die strategische Verknüpfung verschiedener Großprojekte. Herr Dittert betonte insbesondere die gegenseitige Abhängigkeit der im Raum stehenden Projekte. Die Projekte seien somit als integriertes Gesamtpaket zu betrachten und könnten nicht isoliert voneinander erfolgreich umgesetzt werden. Alzenau kann aufgrund seiner Netzanbindung derzeit nur sehr wenige der im Raum stehenden energieintensiven Großprojekte bedienen. Umso wichtiger sind und werden daher dezentrale Energieerzeugungsanlagen, wie der Windpark Sülzert oder Freiflächenphotovoltaikanlagen.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit mussten die weiteren Tagesordnungspunkte der öffentlichen Sitzung, darunter auch der Sachstandsbericht zur Floating PV auf dem Hörsteiner See, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Entnimm Weiteres bitte der Datenschutzerklärung.