Grüne Alzenau

Stadtverband

Vier von fünf grünen Stadträt*innen beim Waldbegang v.l.n.r. Tim Höfler, Sabina Prittwitz, Claudia Neumann, Stephan Schmauder

Am Samstag, den 24. Juli, fand der alljährliche Waldbegang des Alzenauer Stadtrats statt. Mit 4/5 war unsere Fraktion von allen Parteien noch am stärksten vertreten, die Teilnahme seitens der Stadträt*innen ließ etwas zu wünschen übrig. Dabei waren die Erläuterungen von Forstchef Handlbichler und seinen Mitarbeiter*innen höchst interessant. 

Alzenau hat mit knapp 2.700 Ha die fünftgrößte kommunale Waldfläche Bayerns, entsprechend umfangreich sind die Aufgaben der Alzenauer Förster*innen. Das größte Problem dabei stellt weiterhin die Bekämpfung der spätblühenden Traubenkirsche dar. Die invasive Art aus Nordamerika wurde ursprünglich angepflanzt, weil man sie für eine für die Forstwirtschaft geeignete Baumart hielt, und wächst schon seit Jahrzehnten in Alzenau. Durch ihr in Europa buschiges Wachstum und ihre starke Ausbreitung und schnelles Wachstum erfüllt sie keinerlei Waldfunktionen und verdrängt massiv heimische Arten. Insbesondere auf den nach dem Sturm 2019 frei gewordenen Waldflächen hat sich so eine ökologisch kaum wertvolle Buschlandschaft gebildet. 

Ein Grund, warum die Traubenkirsche sich durchsetzt, ist, dass sie mit Wärme und Trockenheit gut klar kommt und damit für die Klimaveränderungen durch die Klimakrise gut gewappnet ist. Nicht so heimische Bäume. Handlbichler machte sehr klar, wie eklatant sich die Klimakrise schon jetzt auf den Wald auswirkt. Viele heimische Baumarten seien durch die veränderten Klimabedingungen schon jetzt am Limit. Den heimischen Wald in Zukunft zu erhalten, werde so eine der größten Herausforderungen der Forstarbeit. 

Auch wurden beim Waldbegang zwei Projekte im städtischen Wald besprochen. Einerseits ist die Einrichtung eines Friedwalds in Alzenau angedacht. Die anwesenden Rät*innen waren sich einig, dass hierfür kein Großdienstleister gewünscht ist, der eine sehr große Waldfläche benötigte, hauptsächlich Auswärtige bedienen würde und hohe Preise für die Waldbeerdigungen aufriefe. Möglicherweise kommt eine kleinere, durch die Stadt selbst betriebene und sich hauptsächlich an Alzenauer*innen richtende Lösung in Frage. 

Schließlich begrüßen wir sehr die geplante Einrichtung eines Naturwaldreservats im Bereich hinter den Dörsthöfen in Michelbach. Auch wenn in diesem Bereich ohnehin keine Forstwirtschaft stattfindet ist die Herausnahme eines Waldteils aus der Bewirtschaftung gerade in einer Zeit, in der ein möglichst naturnaher Wald im Kampf gegen Biodiversitäts- und Klimakrise eine wichtige Rolle spielt, ein gutes Zeichen. 

Termine

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