Bericht aus dem Finanz- und Werkausschuss (FiWA) am 22.10.2026

Top 1: Badesaison 2026: Steigende Besucherzahlen, aber weiterhin hohe Defizite

Die Badesaison am Meerhofsee und im Waldschwimmbad endete am 13. September 2026. Insgesamt wurden 86.452 Badegäste gezählt – deutlich mehr als im Vorjahr mit 73.401 Besuchern. Die Einnahmen stiegen von rund 235.157 Euro im Jahr 2025 auf 267.688 Euro im Jahr 2026. Dennoch decken diese Einnahmen lediglich etwa ein Drittel der tatsächlichen Kosten. Trotz der erfreulichen Entwicklung bei den Besucherzahlen bleibt der finanzielle Aufwand für den Badebetrieb erheblich. Die gestiegenen Einnahmen ändern nichts daran, dass die Bäder weiterhin einen beträchtlichen Zuschuss benötigen.

Top 2.1. Erhöhung der Kegelbahngebühren

Die Nutzungsgebühr für die Kegelbahn in der Räuschberghalle wurde seit 2002 nicht mehr angepasst und beträgt bislang fünf Euro pro angefangener Stunde. Vergleichbare Anlagen verlangen mindestens 11,90 Euro. Da die Wartungskosten im Jahr 2025 bei 5.020 Euro lagen, die Einnahmen jedoch nur 3.368 Euro betrugen, entstand ein Defizit von rund 1.652 Euro. Der Ausschuss stimmte deshalb einstimmig einer Erhöhung auf zehn Euro pro Stunde zu.

Top 2.2. Weiter Gebühren für inklusiven Sport

Anders verlief die Diskussion über die Gebühren für die Nutzung städtischer Sportstätten durch inklusive Sportangebote. Der Sportverein Hörstein hatte eine Ermäßigung beziehungsweise einen Erlass der Gebühren für sein wöchentliches Parkinson-Tischtennistraining beantragt. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Unser Ausschussmitglied Angela Hadler setzte sich für eine Ermäßigung. Menschen mit Behinderung erhalten schließlich auch in anderen Bereichen, beispielsweise in Museen, häufig Vergünstigungen. Zudem betrifft der Antrag nur zwei Vereine. Leider konnte mit diesen Argumenten keine Mehrheit überzeugt werden. Der Antrag wurde mit vier Gegenstimmen abgelehnt.

Top 3.1. Quartalsbericht 3 Städtischer Haushalt

Der Quartalsbericht der Stadt Alzenau zeigt zum Ende des dritten Quartals 2026 eine angespannte Haushaltsentwicklung. Den zahlungswirksamen Einnahmen von rund 45,6 Millionen Euro standen Ausgaben von rund 51,3 Millionen Euro gegenüber. Die Einnahmen bleiben unter anderem wegen rückläufiger Gewerbesteuereinnahmen, verzögerter Grundstücksgeschäfte und noch ausstehender Erstattungen hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Energie, Reinigung, Wartung und Reparaturen.

Besonders kritisch ist die Investitionsentwicklung: Bis zum Ende des dritten Quartals waren lediglich 18 Prozent der geplanten Investitionen umgesetzt.

Top 3.2. Quartalsbericht der Stadtwerke

Auch im Bereich der Stadtwerke liegen die Einnahmen unter dem Wirtschaftsplan. Die höheren Energie- und Betriebskosten belasten die laufenden Ausgaben zusätzlich.

Wie bereits in den Haushaltsberatungen 2026 von uns prophezeit, entwickeln sich die Grundstücksverkäufe nicht wie erhofft. Besonders bedauerlich ist die niedrige Investitionsquote, die den bestehenden Investitionsstau weiter verschärft. Angela Hadler wies darauf hin, dass Investitionen in den Energiebereich helfen könnten, die laufenden Gas- und Stromkosten zu senken. Dass die neue Heizung im Bauhof bereits rund 30 Prozent Energiekosten einspart, zeigt das Potenzial solcher Maßnahmen.

Top 4. Bewilligung überplanmäßiger Ausgaben

Die überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von rund 480.000 Euro wurden vom Stadtrat zur Kenntnis genommen und einstimmig bewilligt. Die Mehrausgaben konnten durch Versicherungsleistungen oder Mehreinnahmen im jeweiligen Bereich gedeckt werden.

Top 5.1. Wirtschaftsplan 2027 der Stadtwerke

Für den Bereich Hallen, Bäder und Verkehrsbetrieb wird ein Gesamtdefizit von rund 1,87 Millionen Euro erwartet. Für Hallen und Bäder sind Investitionen von 207.000 Euro vorgesehen. Die Hallenbenutzungs- und Badegebühren sollen 2027 unverändert bleiben.

Im Bereich Kläranlage, Kanal und Stadtservice sind umfangreiche Investitionen geplant. Zur Finanzierung der Baumaßnahmen sind Darlehen in Höhe von fünf Millionen Euro vorgesehen. Allein für die Kläranlage sind Investitionen von rund 5,27 Millionen Euro eingeplant.

Besonders besorgniserregend ist aus unserer Sicht der erwartete Anstieg der Schulden auf rund 37 Millionen Euro im Zusammenhang mit den Investitionen rund um den Faulturm, aber auch in das Kanalsystem. Zudem sollen die laufenden Kosten erstmals seit drei Jahren wieder leicht steigen. Diese Entwicklung muss aufmerksam verfolgt werden.

Top 5.2. Haushaltsentwurf 2027 der Stadt

Die Haushaltsvorschau für 2027 ist weiterhin von rückläufigen Einnahmen und steigenden Ausgaben geprägt. Zwar könnte eine geringere Kreisumlage den Haushalt um rund 1,5 Millionen Euro entlasten, gleichzeitig drohen jedoch höhere Personal-, Wartungs- und Umlagekosten. Ein ausgeglichener Haushalt erscheint nach derzeitigem Stand nur unter der Voraussetzung möglich, dass die Kreisumlage nicht steigt.

Angela Hadler regte erneut an, im Anschluss an die Vorstellung des Haushalts eine weitere Klausursitzung durchzuführen, um die Zahlen und mögliche Sparmaßnahmen ausführlich beraten zu können.

Ein weiterer Diskussionspunkt ist der Umgang mit dem Elterngeldzuschuss. In der vor dem FiWA stattfindenden Sitzung der Elternbeiräte der Kindertagesstätten wurde deutlich, dass ein vollständiger Einbehalt der 100 Euro durch die Stadt als unzumutbare Härte empfunden würde. Gleichzeitig besteht grundsätzlich die Bereitschaft finanzielle Einbußen hinzunehmen und die verbleibenden Mittel auf alle Einrichtungen – einschließlich Hort und Krippe – zu verteilen.

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