Eine Sitzung mit einem klaren Schwerpunkt: TOP 1, die Projektierung einer Batteriegroßspeicher–Anlage und einer Freiflächen-PV im Bereich Alzenau Süd südlich der St 2443. Der Projektentwickler stellte das Projekt mit einer ausführlichen Präsentation vor.
Im Einzelnen:
Bei dem Großbatteriespeicher würde es sich um eine Anlage mit 80 Containern von 2,5m Höhe handeln, verteilt auf 14.000 m2 (diese Zahlen können geringer werden, weil die Effizienz der einzelnen Batterien sich bis zum Bau noch deutlich steigern kann). Die Leistung betrüge 100 MW, die Kapazität 400 MW – bei einer Laufzeit von 30 Jahren.
Die Projektierer würden die Anlage planen, bauen und betreiben. Das Alzenauer Unternehmen CMBlue ist mit im Boot. Idealerweise könnten die aktuell noch nicht produktionsreifen organischen Batterien von CMBlue eingesetzt werden. Ob diese für dieses Projekt rechtzeitig zertifiziert sein werden, ist unsicher. Der Speicher soll nach dem 4 h-System arbeiten, d.h. er belädt 4 h und er entlädt 4 h. Es geht hier um einen Invest von etwa 70 Mio.
Der PV-Park soll eine Leistung von 10 MW haben. Er würde 7,6 ha Fläche innerhalb des privilegierten 200-Meter-Streifens östlich der Autobahn belegen, die jetzt als Ackerland genutzt wird.
Der Speicher würde auch zur Abfederung der Spitzen aus dem Betrieb des Solarparks dienen.
Genutzt würde für Speicher und Solarpark das vorhandene nahegelegene Umspannwerk Hörstein.
Für den Batteriespeicher ist ein Bauplanungsverfahren erforderlich, die FF-PV hingegen ist wegen ihrer Lage an der Autobahn privilegiert, d.h. ein derartiges formales Verfahren ist nicht nötig.
Ein großes Thema ist natürlich die Frage von Bürgerbeteiligung. Der Projektierer hat sich bereits von sich aus, aber auch auf konkrete Nachfrage sehr klar dafür bereit erklärt.
Der zu erwartende Gewerbesteuerertrag für die Kommune ist erheblich.
Vorgesehen war „nur“ eine Vorberatung – nach der Beantwortung verschiedener Fragen gab es allgemeine Befürwortung von Seiten der Ausschussmitglieder.
Die Bauvoranfrage für einen neuen Lebensmittelmarkt in Hörstein (TOP 2) wurde einstimmig positiv beschieden. Ein vorher auf diesem Gelände liegender kleinerer Markt hatte bereits 2024 aufgehört. Seitdem besteht hier eine Versorgungslücke. Eine fußläufig erreichbare Nahversorgung ist aus Gründen der Inklusion und der Lebendigkeit eines Ortsteils von großer Bedeutung.
Auch bei dem Hitzeschutz in Kitas – Sachstand und Empfehlung des Baumanagements (TOP 4), bestand Einigkeit: Genauso wie es das Baumanagement vorschlägt, soll es für die Kitas und hier speziell für die Schlafräume einzelfallorientierte Lösungen des Hitzeproblems mit Schwerpunkt auf passivem Hitzeschutz geben. Das ist ressourcensparend und vermeidet teure Unterhaltskosten. Nur in nicht anders zu lösenden Einzelfällen könnten auch mobile Klimageräte angeschafft werden. Beschlossen wurde, dass ein Energieeffizienzexperte die Kitas in diesem Sinne überprüft. Die Mittel dafür sollen in die Haushaltsberatungen 2027 eingestellt werden.