Exkursion zur Ausstellung „Too Hot – Heiße Städte, neue Wege“ im Architekturmuseum Frankfurt am 29. Juli 2026

Die Politikwerkstatt der Grünen Alzenau hatte zum gemeinsamen Besuch der Ausstellung „Too Hot – Heiße Städte, neue Wege“ im DAM (Deutsches Architekturmuseum) in Frankfurt eingeladen: neun Personen, samt zwei Mitarbeitern der Abteilung Planen und Bauen der Stadt, waren dabei – mitten in der zweiten Hitzewelle.

Bei dem geführten Rundgang durch die Ausstellung erfuhr man viel Spannendes, auch jenseits der Exponate. Der Mensch fühlt sich wohl bei 22 bis 26 Grad. Da diese immer häufiger überschritten werden, geht es darum, zu verhindern, dass die Stadt zu einem belastenden, gar unerträglichen Ort wird.  Beispiele aus verschiedenen Städten zeigen, wie das gehen kann: Dachgärten, die bewirken, dass Dachwohnungen wieder bewohnbar werden; Stoffbahnen vor Fassaden; passive Kühlung statt Klimaanlagen. Direktor Peter Cachola Schmal macht auf die entsiegelten Innenhöfe des DAM aufmerksam.

Anschließend zwei Vorträge aus der begleitenden Vortragsreihe:

Zunächst Landschaftsarchitektin Prof. Gabriele G. Kiefer aus Berlin mit „Stresstest – Weckruf an Planerinnen und alle, die Stadt ihr Zuhause nennen“. Kiefer, die den Deutschen Pavillon auf der Architekturbiennale 2025 von Venedig mit kuratiert hat, präsentierte die Essenz dieser Ausstellung „STRESSTEST“. Im Pavillon waren die Besucher der Erfahrung hoher Temperaturen und dem unmittelbaren Erleben von Stress und Entlastung ausgesetzt. Kernaussage: (Landschafts)Architektur kann und muss Teil der Lösung sein. Dafür ist ein radikales Umdenken in der Stadtplanung nötig. Ein Satz, der in Erinnerung bleibt: „Bäume müssen wie Juwelen behandelt werden.“ 

Das Thema der Diplom-Designerin Nicola Stattmann aus Frankfurt ist „Maximum Green on Minimal Space“. Sie widmet sich den Standorten, an denen keine Bäume wachsen (z.B. Plätze über Tiefgaragen). Hier hat ihre Firma OMC°C mit namhaften Mitstreitern eine Lösung entwickelt: einjährige Kletterpflanzen in kleinformatigen Gefäßen mit sensor- und retentionsbasierter Bewässerung. Sie wachsen 2 bis 10 Meter hoch an textilen Ranksegeln, die im Herbst mit der Pflanze kompostiert werden – umsetzbar als vertikale Wand oder als eine Art Schiff mit schrägem Dach für öffentliche Plätze (mit Bänken darin) oder in kleinerer Version für Kitas. Die Firma Optigreen sorgt nun für die Vermarktung.

Man geht mit vielen Anregungen im Kopf, Beispielen, die zeigen, was alles möglich ist – auch für kleines Geld. Unbedingt empfehlenswert!

Die Ausstellung samt Vortragsprogramm mit Führung läuft noch bis Anfang Februar 27.

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